Im Vorstand seit fast 25 Jahren
Hannelore Rebien kommt aus einer See-
mannsfamilie, „ich bin ein echter Fischkopp“, sagt sie mit Stolz. Im neugestalteten Bereich der DRK Kliniken Berlin I Pflege & Wohnen Mariendorf gibt es den Bewohnerbereich „An der Küste“: Ein Strandkorb steht dort, an den Wänden hängen Seekarten und Poster von der „Travemünder Woche“.
Es ist unschwer zu erraten, wer sich da erfolgreich als Innendekorateurin versucht hat. Auch in den Gängen zu ihrem Büro
und im Zimmer selbst ist vieles „maritim“.
Die Sehnsucht nach dem Meer ist trotz der langen Zeit in Berlin geblieben. 1975 war es, als Hannelore Rebien nach West-Berlin kam, der Liebe wegen. Ihr damaliger Lebensgefährte bekam hier seinen Studien-
platz und sie ging mit. Die Ausbildung zur Krankenschwester absolvierte die 24-
jährige nun als Mitglied der DRK-Schwes-
ternschaft Berlin, an der Krankenpflege-
schule der Schwesternschaft bestand sie 1976 ihr Staatsexamen. Als Schwester-
schülerin wurde Hannelore Rebien in den Beirat der Berliner DRK-Schwesternschaft gewählt. Oberin Christa Rohr überzeugte sie einige Zeit später, für den Vorstand zu kandidieren. „Wenn es um die Interessen der Häuser geht, dann bin ich zuständig“, beschreibt sie ihre Arbeit im Vorstand, dem sie seit 1984 angehört. Die spannendste Entscheidung, die in diesem Gremium getroffen wurde, war für sie als Vor-
standsmitglied die Übernahme des Sal-
vador-Allende-Krankenhauses Köpenick, den heutigen DRK Kliniken Berlin I Köpenick. Aufregend sei es gewesen, ein Kranken-
haus aus der ehemaligen DDR zu erwerben.
„Ich kann Mensch“
Hannelore Rebien ist Mitglied im Vorstand der DRK-Schwesternschaft Berlin e.V.
Den ersten Arbeitstag auf der Chirurgischen Abteilung wird Hannelore Rebien wohl nie vergessen. Schwester Ruth Schakowski wies die Neu-Berlinerin in ihren Arbeitsplatz im „Mark Brandenburg“ ein. „Ich möchte Ihnen gleich zeigen, wo Sie sich befinden,“ begrüßte sie die Leiterin der Station 4 - und es klang wie eine Drohung. „Ich war geschockt, was ich da sah. Am liebsten wäre ich zurück gegangen“, erinnert sich Hannelore Rebien. Bis zu acht Patienten lagen in den Schlafsälen, für die 50 Men-
schen auf der Station gab es nur ein einziges WC. Das war 1975. Aus der Station 4 ist mittlerweile die 7 geworden, „eine sehr schöne Station“, wie Hannelore Rebien betont. Ihre damalige Chefin Ruth Scha-
kowski lebt seit kurzer Zeit im Pflege & Wohnen Mariendorf. Ein Rollentausch, denn nun ist Hannelore Rebien für Schwester Ruth verantwortlich. Für die Mariendorfer Einrichtung und auch die DRK Kliniken Berlin I Mitte, dem ehemaligen „Mark Brandenburg“, ist Hannelore Rebien eine „PDL“, die Pflegedienstleiterin.
Auf Umwegen zur Krankenpflege
Nach der Realschule stand für Hannelore Rebien der Berufswunsch schnell fest: Buchhändlerin wollte sie unbedingt werden. In ihrer Geburtsstadt Lübeck absolvierte sie eine dreijährige Ausbildung, anschließend arbeitete sie in Tübinger Buchhandlungen. Die berufliche Zukunft schien vorgezeichnet. Hannelore Rebien hatte vor, ihr Fachwissen zu vertiefen und meldete sich an einer Spezialschule an. Um die Wartezeit bis Semesterbeginn zu überbrücken, arbeitete sie in einem Lübecker Krankenhaus. Diese
Klinik wurde von der DRK-Schwestern-
schaft Lübeck betrieben: „Oberin Else Ahlgrim war in ihrem "vorherigen Leben" auch Buchhändlerin, wir kannten uns.“ Schnell merkte die Praktikantin „das liegt mir“ und sie beschloss, sich an der Medizi-
nischen Hochschule Lübeck zur Kranken-
schwester ausbilden zu lassen.